Heimweh und Abschiedsschmerz

Rohrdorfer Azubi aus Uganda kehrt in seine Heimat zurück

 

Rohrdorf Alex Makanika aus Kasese (Uganda) hat vor wenigen Wochen erfolgreich seine Ausbildung zum Industrieelektriker im Zementwerk Rohrdorf beendet. Mitte April wird er mit dem Gesellenbrief in der Tasche zurück in seine Heimat reisen, wo er zusammen mit einem Landsmann, der bei der Baywa Bad Feilnbach eine Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker absolvierte, eine Werkstatt betreiben wird. Im Rahmen eines Ausbildungs-Projekts der katholischen Pfarrgemeinde Rohrdorf kam er vor vier Jahren nach Bayern. Nach einem Deutschkurs begann er seine Lehre im Zementwerk. Wir sprachen mit Alex Makanika, seinem Ausbilder Bernhard Thalmeier und Mike Edelmann.

Redaktion: Herr Edelmann, wie kam Alex Makanika zu seinem Ausbildungsplatz im Zementwerk in Rohrdorf?
Mike Edelmann: Der damalige Rohrdorfer Pfarrer Gottfried Doll, der langjährige Kontakte nach Uganda pflegt, erkannte bei einer Reise nach Kasese, dass es dort keinerlei Fachkräfte gibt, um Häuser und Fahrzeuge fachgerecht instand zu halten. Er entwickelte zusammen mit der dortigen Diözese ein Projekt, das jungen Leuten eine fundierte fachliche Ausbildung ermöglichen soll, um das Erlernte zu Hause anzuwenden. Pfarrer Doll sprach uns daraufhin an und wir stellten einen Ausbildungsplatz für einen Elektriker zur Verfügung.

Redaktion: Alex, wie war das für Sie, nach Deutschland zu kommen?
Alex Makanika: Zuerst einmal habe ich mich natürlich gefreut, ausgewählt zu werden, aber am Anfang war es auch sehr schwer: die fremde Sprache – ich habe gar nichts verstanden. Besonders Bayerisch. Dann das extreme Wetter. Im Winter ist es so kalt und im Sommer manchmal sehr heiß. Bei uns liegen die Temperaturen meist zwischen 15 und 25 Grad.
Bernhard Thalmeier: Schwierig war auch, dass Alex zu Anfang keinerlei technische Vorkenntnisse hatte. Was man bei den hiesigen Auszubildenden fachlich voraussetzt, musste Alex also alles nachholen. Er ist ruhig und geduldig, hat sich alles genau angesehen und so das Ausbildungsprogramm sehr gut gemeistert.
Mike Edelmann: Dass Alex jetzt seine Gesellenprüfung bestanden hat – noch dazu in deutscher Sprache –, ist deshalb wirklich eine außerordentliche Leistung.
 

Redaktion: Alex, wie sieht Ihre Zukunft in Uganda aus?
Alex Makanika: Mit den Spendengeldern der Pfarrgemeinde und der fachlichen Unterstützung aus dem Zementwerk wurde auf einem Grundstück der Diözese in Kasese bereits eine Werkstatt gebaut und eingerichtet. Hier sollen Autos und Landmaschinen repariert werden. Auch als Elektriker wollen wir arbeiten. In Uganda werden Leitungen ohne Fachwissen und ohne Sorgfalt verlegt und instand gesetzt. Das ist sehr gefährlich. Ich habe in Rohrdorf dafür alles Wichtige gelernt, wie man Hausinstallationen legt, Sicherheitsprüfungen an Geräten durchführt und auch, wie man fachgerecht Reparaturen durchführt. Das will ich in Uganda anwenden, aber auch weitergeben und junge Leute ausbilden.
Bernhard Thalmeier: Das wird sicher nicht leicht, denn Alex muss bereits zu Beginn viel Überzeugungsarbeit leisten. Insbesondere, dass gute Qualität auch Geld kostet, fachlich richtige Reparaturarbeiten und verlegte Leitungen länger halten und damit vor allem sicher sind. Wir werden in Kontakt bleiben. Wenn Alex unsere Unterstützung und Hilfe braucht, sind wir für ihn da. Mit Handys ist es ja leicht, in Verbindung zu bleiben.
Mike Edelmann: Mit dem, was er hier gelernt hat, wird er sein Vorhaben sicher schaffen. Dazu wünschen wir ihm viel Mut und Ausdauer!

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