Bevölkerung sieht Rohstoffgewinnung positiv

BIV-Umfrage zu Bau- und Rohstoffen

 

Rohrdorf Bayerns Bauwirtschaft boomt – und der Bedarf an regionalen Baustoffen und heimischen Rohstoffen ist immens. Bayern ist ein Rohstoffland, denn fast alle benötigten mineralischen Rohstoffe sind hier in ausreichender Menge und in der erforderlichen Qualität vorhanden. Doch der Abbau wird immer häufiger erschwert: durch langwierige Genehmigungsverfahren, bürokratische Hürden, fehlende Akzeptanz vor Ort und durch eine verzerrte Darstellung der Rohstoffgewinnung. Was denken Bayerns Verbraucher? Im Auftrag des Bayerischen Industrieverbandes Baustoffe, Steine und Erden (BIV) befragte das Umfrageinstitut forsa die Bevölkerung zum Thema der lokalen Rohstoffgewinnung. Die Ergebnisse wurden jetzt vom BIV in einer Broschüre veröffentlicht und lassen den Schluss zu, dass die fehlende Akzeptanz nicht einer breiten Meinung entspricht, sondern von einigen wenigen vorangetrieben wird.

 

„Wir plädieren für eine sinnvolle Nutzung unserer heimischen Ressourcen, denn davon profitieren die Umwelt, die Qualität unserer Produkte und nicht zuletzt der wirtschaftliche Erfolg der Unternehmen unserer Branche“, so Mike Edelmann, der sich als BIV-Präsident in der öffentlichen Diskussion für eine nachhaltige Rohstoffgewinnung und -verwertung einsetzt. Um auch weiterhin eine funktionierende Infrastruktur und ausreichenden Wohnraum gewährleisten zu können, müssen einerseits Investitionen getätigt werden, andererseits muss die behördliche Überregulierung vor allem im Hochbau dringend abgebaut werden. „Als Verband fordern wir Normen und technische Regelwerke, die sich auch an den technisch und wirtschaftlich sinnvollen Gegebenheiten der Produzenten orientieren“, so Mike Edelmann.

 

So weit die Forderungen des BIV an die Politik. Welche Meinung aber hat die bayerische Bevölkerung zu diesem Thema? Eine beim Institut forsa in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage lieferte nun ein Stimmungsbild der bayerischen Bevölkerung zum Wissensstand und zur Akzeptanz von mineralischen Bau- und Rohstoffen. So finden es drei Viertel der bayerischen Bevölkerung wichtig, dass Sand, Kies und Naturstein auch künftig in ausreichender Menge in Bayern abgebaut werden können. Die meisten Bayern sind sich dessen bewusst, dass der überwiegende Teil der Baustoffe für den riesigen Bedarf an Wohnraum sowie für die Schaffung der nötigen Infrastruktur gebraucht wird. Als positive Auswirkungen der Rohstoffgewinnung in Bayern werden die damit verbundenen Arbeitsplätze genannt, darüber hinaus die kurzen Transportwege sowie die positiven Folgen für den Wirtschaftsstandort Bayern. Weitere wichtige Argumente sind die Unabhängigkeit in der Rohstoffversorgung sowie die späteren Umnutzungsmöglichkeiten nach der Stilllegung.

 

Was für Nahrungsmittel mittlerweile selbstverständlich ist, sollte auch für die nächste Umgebung gelten. Nur heimische mineralische Bau- und Rohstoffe erzeugen eine regionale Wertschöpfung. Der Transportbeton hat hierbei die kürzesten Wege. Im Schnitt sind alle in Bayern benötigten mineralischen Bau- und Rohstoffe nur maximal 35 Kilometer im Umkreis unterwegs – das hilft, Emissionen zu vermeiden. Dies allerdings war der Mehrzahl der Befragten nicht bekannt.

 

„Heimische Bau- und Rohstoffe bilden das Fundament unserer modernen Gesellschaft“, so Mike Edelmann. „Es wäre doch konträr zum Thema Nachhaltigkeit und Wertschöpfung, wenn diese nicht aus regionaler Gewinnung stammen würden. Um das zu garantieren, müssen wir aber auch den Zugang zu Rohstoffen bekommen.“ Und die Umfrage zeige ganz deutlich, dass die fehlende Akzeptanz nicht einer breiten Meinung entspricht, sondern von einigen wenigen vorangetrieben wird, und dass die Bayern ein geschärftes Bewusstsein für Wertschöpfung, den Wirtschaftsstandort und die Nachhaltigkeit in Bezug auf Bau- und Rohstoffe haben.

 

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