„Die Möglichkeit, Dinge wirklich zu gestalten, macht die Arbeit spannend“

Sechs Fragen an Wolfgang Stangl, Fachkraft für Arbeitssicherheit im Zementwerk Rohrdorf

Besprechung der Arbeitssicherheitsfachkräfte des Zementwerks Rohrdorf, Josef Blößl (links) und Wolfgang Stangl.

Welche Ausbildung und welche beruflichen Qualifikationen verfügen Sie?

Ich bin Ingenieur für Produktionstechnik und habe lange im Bereich mechanische Entwicklung gearbeitet. Im Anschluss habe ich meinen Master in Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen gemacht. Über die Masterarbeit kam ich zur Esmo AG nach Rosenheim, wo ich im Qualitätsmanagement tätig war. Bei Esmo gehörte auch die Betreuung der externen Fachkraft für Arbeitssicherheit mit zu meinem Aufgabenfeld. Ich fand das Thema sehr interessant und habe deshalb die Ausbildung zum Sicherheitsbeauftragten bei der Berufsgenossenschaft gemacht. Später wechselte ich zu TVI in Bruckmühl und übernahm dort die Arbeitsschutzthemen inkl. Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit. Alles in allem konnte ich bisher 14 Jahre Praxiserfahrung in der Arbeitssicherheit sammeln und finde das Thema sehr wichtig und erfüllend.

Wie kamen Sie zu Rohrdorfer?

Rohrdorfer ist in der Region bekannt und ich kenne mehrere ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die lange Zeit im Unternehmen waren. Ich bin ganz klassisch über eine Stellenanzeige aufmerksam geworden. Es passte beruflich gut, habe mich beworben – und habe die Stelle bekommen. Es war kein abrupter, sondern ein geplanter Wechsel mit Fokus auf eine neue, spannende Aufgabe im Sicherheitsteam. Seit einem halben Jahr bin ich nun die Fachkraft für Arbeitssicherheit im Zementwerk Rohrdorf

Wie definieren Sie heute Ihr Aufgabengebiet?

Alle Themen rund um die Arbeitssicherheit im Zementwerk – also die sichere Gestaltung der betrieblichen Abläufe rund um Menschen, Maschinen und Prozesse. Mir geht es darum, Gefährdungen zu erkennen, zu bewerten und Maßnahmen umzusetzen, die wirklich greifen. Ich arbeite eng mit unseren Fachabteilungen und mit externen Dienstleistern zusammen, betreue die Umsetzung von Schutzkonzepten und sorge dafür, dass die Sicherheit nachhaltig gelebt wird. Wenn unsere Mitarbeitenden gesund arbeiten und sicher nach Hause kommen, habe ich einen guten Job gemacht.

Wolfgang Stangl bei der Unfallanalyse mit einer Kollegin.

Wie sieht Ihr typischer Tagesablauf aus?

Ein typischer Tag beginnt im Büro mit dem PC und dem Check der E-Mails – einiges ist akut zu bearbeiten, insbesondere Unfallmeldungen oder Anfragen von Dienstleistern, Kolleginnen und Kollegen. Anschließend folgt die Meisterrunde, in der das Tagesgeschäft, aktuelle Problematiken und ggf. mögliche neue Gefährdungen besprochen werden. Je nach Plan mache ich Begehungen im Werk, überprüfe Rettungswege und übe Notfallsituationen – zum Beispiel, wie man Personen aus engen Behältern rettet. Kurz: Meine Tage sind vielschichtig, abwechslungsreich und immer mit Fokus auf Sicherheit.

Was gefällt Ihnen bei Rohrdorfer am besten?

Auffällig positiv sind das gute Miteinander und das top Betriebsklima. Das schafft Vertrauen und Zusammenhalt. Außerdem schätze ich mein Tätigkeitsfeld im Zementwerk: Von A bis Z geht hier fast alles – von A wie Arbeitsplatzgestaltung bis Z wie Zugunfälle. Dieser abwechslungsreiche Alltag, die Arbeit mit Menschen und die Möglichkeit, Dinge wirklich zu gestalten, machen die Arbeit spannend.

Mit Vision Zero hat Rohrdorfer seit vielen Jahren ein vielschichtiges Arbeitssicherheitsprogramm. Wie erarbeitet das Team der Sicherheitsfachkräfte die Programminhalte?

Wir schauen uns zuerst die Unfallstatistiken bzw. -daten an. Dann analysieren wir die Ereignisse, die gehäuft auftreten und entwickeln Präventionsmaßnahmen, welche hierzu sinnvoll sind. Beispielsweise hat sich gezeigt, dass sich Stolpern, Stürzen und Handverletzungen besonders häufig ereignen. Daher haben wir diese zum Schwerpunktthema 2026/ 2027 gemacht. Bei den Arbeitssicherheitstagen im August, wollen wir mit Unterstützung der Berufsgenossenschaft und anderer Dritter diese Themen in den Vordergrund stellen, für das richtige Verhalten werben und so Unfälle reduzieren. Durch den Einbezug der Mitarbeitenden wirkt das Ganze greifbar und nicht mehr so fern. Nur so kann ein Arbeitssicherheitsprogramm funktionieren.

Bei der Rettungsübung „Personenrettung aus engen Behältern“ – Wolfgang Stangl als die zu rettende Person in der Gleit- und Abseiltrage.