„Vertrauen, Verantwortung und die Freiheit, Dinge aktiv mitzugestalten“
Sieben Fragen an Maximilian Belic, Leiter des Rohrdorfer Zentrallabors in Krieglach

Herr Belic, seit wann arbeiten Sie bei Rohrdorfer und was waren Ihre Ausbildungs- und Karriereschritte davor?
Ich bin seit Anfang 2025 bei Rohrdorfer. Studiert habe ich Erdwissenschaften in Graz – mit Schwerpunkt Mineralogie und Petrologie. Die Laborarbeit hat mich schon während des Studiums begeistert, weil ich im Labor mit verschiedensten Messmethoden arbeiten und vieles selbst ausprobieren konnte. Nach Studienabschluss arbeitete ich als Ingenieurgeologe bei großen Tunnelbauprojekten wie dem Koralmbasistunnel und dem Semmeringbasistunnel. In dieser Position hatte ich die Verantwortung für die laufende Gebirgsbeurteilung. Diese ist die Grundlage für Ausbaufestlegungen und tunnelbautechnische Entscheidungen sowie für die Planung von Erkundungsprogrammen. Das Erstellen geologischer Prognosen und die Planung und Überwachung von Maßnahmenpaketen, beispielsweise Entwässerungskampagnen, gehörten damals zu meinen Aufgaben. Diese Tätigkeit hat mich sowohl fachlich als auch persönlich geprägt – besonders durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit in großen Projektteams.

Wie sind Sie zu Rohrdorfer gekommen?
Eigentlich durch einen schönen Zufall. Bei der Barbarafeier, im Dezember 2024 am Semmering, traf ich eine frühere Studienkollegin und Freundin, Theresa Sattler, die bei der Rohrdorfer Umwelttechnik (UWT) arbeitet. Sie erzählte mir von der Ausschreibung für einen Laborleiter, der zusätzlich Technologieprojekte betreuen soll, und meinte, die Position würde gut zu mir passen. Das hat meine Neugier geweckt. Beim Durchlesen des Jobprofils war schnell klar: Das ist genau die Mischung aus Mitgestaltung, technologischer Expertise und Praxisnähe, die ich suche.
Was ist Ihr Aufgabengebiet als Laborleiter?
Mein Aufgabenbereich ist sehr vielfältig. Ein wesentlicher Teil ist die Leitung des Zentrallabors. Das umfasst die fachliche Verantwortung für das Team, die Organisation des Laborbetriebs, Schulungen, die Qualitätssicherung und die Weiterentwicklung unseres Prüfportfolios. Ich betreue unser internes Qualitätsmanagement-System, implementiere neue Prüfmethoden und passe bestehende Verfahren an aktuelle normative Vorgaben an. Ebenso bin ich stark in die technologische Entwicklung eingebunden, da wir bei verschiedenen betontechnologischen Forschungsprojekten mitarbeiten.
Im Zentrallabor entwickeln wir CO₂-reduzierte Betone und klinkerarme Rezepturen. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Thema Recycling. Wir vergleichen Rezepturen, bewerten rezyklierte Materialien und liefern Entscheidungsgrundlagen für unsere Werke. Zusätzlich arbeiten wir eng mit der UWT zusammen, da wir in vielen Kreislaufwirtschaftsprojekten technologisch unterstützen.
Ein zusätzlicher Aufgabenbereich ist die Betreuung einer Bergversatzanlage in der Breitenau sowie einer Abfallverfestigungsanlage in Frohnleiten. Hier geht es um anspruchsvolle Rezeptentwicklungen und die Beurteilung komplexer Materialien – oft ein technisches Puzzlespiel. Außerdem vertrete ich Rohrdorfer in Normenausschüssen und Fachgremien. Dort werden neue Richtlinien, Normen und Prüfverfahren diskutiert, und ich kann mich aktiv einbringen. Für Rohrdorfer ist das wertvoll, weil wir frühzeitig über Entwicklungen Bescheid wissen und Normen mitgestalten können. Gleichzeitig bringe ich Erkenntnisse aus den Gremien zurück ins Unternehmen.

Für die Bewertung von Gesteinskörnungen und das Verständnis mineralogischer Reaktionen und stabilisierender Mechanismen ist mein mineralogisches und petrologisches Wissen eine wichtige Grundlage, Schließlich besteht Beton größtenteils aus Naturstein und es sind chemisch-mineralogische Reaktionen, die ihn zum Erhärten bringen.
Sie arbeiten als Leiter des Zentrallabors mit fast allen Standorten zusammen. Daher können Sie sicher einiges über die überregionale Zusammenarbeit und Kommunikation bei Rohrdorfer sagen. Wie beurteilen Sie diese?
Die Zusammenarbeit mit den Standorten funktioniert sehr offen und unkompliziert. Mit den Technologen der Sparten stehe ich regelmäßig im Austausch. Der Informationsfluss ist gut, man hilft einander und diskutiert fachliche Themen. Besonders wichtig ist dieser Austausch, um Praxisbeispiele einzubinden und Umsetzungsschwierigkeiten gemeinsam zu lösen. Unsere regelmäßigen Technologentagungen schätze ich besonders. Dort kommen alle zusammen, tauschen Erfahrungen aus, sprechen über aktuelle Normthemen und arbeiten an Lösungen für gemeinsame Herausforderungen.
Wie können wir uns Ihre Arbeitstage vorstellen?

Die sind sehr abwechslungsreich. Manchmal bin ich den ganzen Tag in Meetings, etwa bei Fachgremien oder internen Projektbesprechungen. An anderen Tagen stehen Laborversuche im Mittelpunkt: neue Rezepturen testen, Prüfmethoden evaluieren oder gemeinsam mit dem Team experimentieren. Zwischendurch gibt es Tage, an denen hauptsächlich PC-Arbeit und technologische Ausarbeitungen anstehen, oder Termine mit den Werken, Baustellenbesuche und Begutachtungen von Schadensfällen. Besonders schön sind die Momente, in denen nach intensivem Tüfteln plötzlich eine Lösung klar wird – diese Aha-Erlebnisse motivieren jedes Mal aufs Neue.
Was macht Ihnen an Ihrem Beruf besonders Spaß?
Mein Job besteht aus Laborarbeit, Forschung, Normung, Betonentwicklung, Recycling und sehr viel Kommunikation. Genau diese Mischung macht ihn für mich so reizvoll. Ich tüftle gerne an Lösungen und arbeite gerne in einem Team, das genauso motiviert ist. In Krieglach herrscht eine sehr positive Atmosphäre: Man unterstützt einander und teilt die Begeisterung daran, Dinge weiterzuentwickeln. Es gefällt mir, dass es keine rein theoretische Arbeit ist, sondern dass ich im Labor meine Überlegungen direkt in die Praxis umsetzen kann.
Was macht das Unternehmen Rohrdorfer als Arbeitgeber Ihrer Meinung nach aus?
Ganz klar: die Zusammenarbeit. Teamwork wird hier wirklich gelebt, Lösungen entstehen gemeinsam. Besonders fand ich auch, dass ich so offen und herzlich aufgenommen wurde. Rohrdorfer entwickelt sich kontinuierlich weiter und steht Innovationen offen gegenüber. Man bekommt Vertrauen, Verantwortung und die Freiheit, Dinge aktiv mitzugestalten – das macht das Arbeiten hier so angenehm.



