Erfolgreiche Testreihen mit getemperten Tonen

Rohrdorf, 25. Februar 2026 – Seit 2025 ist die neue Versuchsanlage für getemperte Tone im Zementwerk Rohrdorf in Betrieb. In ihr werden Rohtone durch thermische Behandlung („tempern“) aktiviert. Getemperte Tone sind eine CO₂-ärmere Alternative für Klinker, dem Hauptbestandteil von Zement, und daher ein wesentlicher Hebel für dessen Dekarbonisierung.
In den ersten Monaten nach Betriebsstart arbeitete das Net Zero Emission-Team mit Hochdruck daran, die Zusammensetzung der Rohtone und die Prozesse für die thermische Behandlung zu optimieren. Bis zum Start der Winterrevision des Zementwerks im Dezember 2025 konnten bereits 500 Tonnen getemperter Ton produziert werden.

„Wie es bei Versuchsanlagen üblich ist, hatten wir mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen, bis die erwarteten Ergebnisse eintrafen, aber mit Team-Power und Beharrlichkeit haben wir unser Etappenziel vor der Winterrevision erreicht“, sagt Markus Stecher, Leiter Verfahrenstechnik des Rohrdorfer Net Zero Emission-Teams.
Besonders positiv liefen die Versuche mit der Color Control Unit ab. Die Farbgebung ist ein optionaler letzter Schritt im Prozess und ist vom Tempern völlig unabhängig. Die Testreihen zeigten, dass der getemperte Ton umso röter wird, je mehr Eisen im Rohton ist. Mit verflüssigtem Erdgas können Bedingungen erzeugt werden, die die Rotfärbung vermeiden. Das Endprodukt weist dann den Grauton auf, den man von Zement kennt. Die Erfahrungen aus dem Projekt haben Markus Stecher und seine Teamkollegen bereits in zahlreichen Vorträgen vor einem Fachpublikum vorgestellt. Sie sind dabei auf großes Interesse gestoßen, zumal nahezu jede Erkenntnis in diesem Gebiet Pilotcharakter hat.
Geplant ist, mit der Wiederaufnahme des Ofenbetriebs im März, die Anlage neu zu starten und Ende März einen Leistungstest durchzuführen. Nächster Schritt sind Tests unter konstant stabilen Betriebsbedingungen der Versuchsanlage. Zudem soll der weitere Betrieb zeigen, wie sich unterschiedliche Rohtone aus verschiedenen Regionen in Deutschland und Österreich auf die Qualität der getemperten Tone und schließlich der Betone auswirken.




