Neues Scheibenmagazin im RBW-Fertigteilwerk Dollnstein

Dollnstein, 23. September 2026 – Effizienz, Sicherheit und gute Arbeitsbedingungen – das alles sind Maßstäbe, an denen Produktionsprozesse heute gemessen werden. Mit dem Umbau des bisherigen Klappenmagazins auf ein modernes Scheibenmagazin haben die Rohrdorfer Betonwerke (RBW) einen wichtigen Schritt gemacht, der in gleich mehreren Bereichen spürbare Verbesserungen bringt.

Jede Elementdecke benötigt eine Bewehrung, die aus verschiedenen Komponenten besteht. Einen Teil davon stellt die Längsbewehrung dar: Je nach Auftrag werden spezifische Rundstahllängen anhand von CAD-Vorgaben aus Stahlcoils zugeschnitten. Die fertigen Bewehrungsstäbe müssen anschließend in die darunterliegende Ebene transportiert werden, da die Maschinenkomponenten übereinander angeordnet sind. Genau hier kommt das senkrecht positionierte Scheibenmagazin ins Spiel: Es befördert die Stäbe von Scheibe zu Scheibe nach unten und legt sie im waagerechten Magazin ab. Von dort greift der Bewehrungsroboter die Stäbe auf und platziert sie auf der wartenden Palette.

Oben das Klappenmagazin, unten das neue Scheibenmagazin, das die Bewehrungsstäbe von Scheibe zu Scheibe nach unten befördert und sie im waagerechten Magazin ablegt.

Bewährte Technik – aber mit Schwächen

Das bisherige Klappenmagazin wurde über Druckluftsysteme betrieben. Diese Technik war zwar bewährt, brachte jedoch Herausforderungen mit sich: Luftleckagen führten zu erhöhtem Energieverbrauch und unnötiger Geräuschentwicklung. Zudem bedeuteten die druckluftbetriebenen Klappenbewegungen ein zusätzliches Gefahrenpotenzial im direkten Arbeitsumfeld.

Präzision nach dem Vorbild eines Schweizer Uhrwerks

Das neue Scheibenmagazin setzt konsequent auf elektrischen Antrieb – und beeindruckt durch seine Konstruktion: Der Hersteller hat die Mechanik nach dem Vorbild eines Schweizer Uhrwerks entwickelt. Die Bauart zeichnet sich durch Feinmechanik und hohe Präzision aus, was einen zuverlässigen und gleichmäßigen Betrieb gewährleistet.

Mehr Sicherheit am Arbeitsplatz

Durch den Umbau haben die Bewehrungsstäbe im Scheibenmagazin eine deutlich kürzere Fallstrecke, was zu einer moderaten Reduzierung des Lärmpegels für die Mitarbeitenden führt. Ohne pneumatische Klappenbewegungen entfallen zudem potenzielle Gefahrenquellen wie plötzliche Druckluftaustritte oder unkontrollierte Klappenbewegungen im Arbeitsbereich.

Kompakter, effizienter, nachhaltiger

Neben den Sicherheitsvorteilen überzeugt die neue Lösung auch betrieblich: Die kompaktere Bauweise ermöglicht es, bei gleicher Bauhöhe mehr Bewehrungsstäbe aufzunehmen, bevor sie vom Bewehrungsroboter weiterverarbeitet werden. Der Umstieg auf elektrische Energie beseitigt das Problem der Luftleckagen und senkt den Energieverbrauch – ein aktiver Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen. Der Umbau vom Klappen- auf das Scheibenmagazin ist ein Upgrade auf ganzer Linie: sicherer, leiser und energieeffizienter. Er zeigt, dass sich Investitionen in moderne Technik auszahlen – für den Betrieb und vor allem für die Menschen, die täglich daran arbeiten.