„Ich möchte dazu beitragen, Energie effektiver zu nutzen“

Sieben Fragen an Luca Stohn, der das duale Studium Energie- und Gebäudetechnologie bei Rohrdorfer und an der TH Rosenheim absolviert

Herr Stohn, wie kam es dazu, dass Sie bei Rohrdorfer ein duales Studium begonnen haben?

Ich habe von 2022 bis 2025 eine Ausbildung als Elektroniker für Betriebstechnik bei Rohrdorfer gemacht. Ich wollte meine Kenntnisse dann noch vertiefen, denn das Thema Energietechnologie fand ich schon während der Ausbildung besonders interessant. Darum habe ich direkt im Anschluss, im Herbst 2025, mein duales Studium begonnen. Das Energie- und Gebäudetechnologie-Studium an der TH Rosenheim hat mich direkt angesprochen, weil dort neben der Elektrik auch Heizungen, Abwasser usw. eine Rolle spielen. Das Modell heißt „Studium mit vertiefter Praxis“ – viele kennen es als duales Studium. Ich studiere jeweils ein Semester und habe in den Semesterferien Praxisphasen bei Rohrdorfer, wo ich Vollzeit, das heißt 38,5 Stunden, arbeite. Diese Arbeit wird natürlich vergütet. Die Praxisphasen und das Studium ergänzen sich so, dass man viel der gelernten Theorie sofort anwenden kann – das ist sehr bereichernd. Das feste Gehalt während des Studiums ist natürlich auch eine gute Sache.

Wie sind Sie 2022 zu Rohrdorfer gekommen?

Da haben mich die beruflichen Erfahrungen in meiner Familie beeinflusst. Mein Vater ist Elektromeister und führt eine kleine Firma. Mein großer Bruder hat im Zementwerk Rohrdorf ebenfalls eine Ausbildung gemacht. So habe ich schon früh mitbekommen, wie Handwerk und Industrie zusammenspielen, und wusste: Rohrdorfer ist ein Ort, an dem ich meine Vorkenntnisse vertiefen und Neues lernen kann. Die Entscheidung für das duale Studium kam dann von mir – ich wollte das Thema Energietechnik stärker in den Blick nehmen und habe den Studiengang an der TH passend für mich erkannt.

Wie definiert sich Ihr Aufgabengebiet aktuell?

Im Studium mit vertiefter Praxis bin ich ja beides: Lernender im Vollzeitstudium und gewerblicher Mitarbeiter bei Rohrdorfer. In der Praxisphase werde ich von meinem Vorgesetzten Franz Stocker betreut und bekomme Arbeitsaufträge – zum Beispiel Datenaufnahme und Inventur im Motorenlager oder Instandhaltungsprojekte, wie zum Beispiel  Lichtmontagen. Es geht darum, das bisher Gelernte direkt anzuwenden, auch im Bereich der Energie- und Gebäudetechnik. Das fünfte Semester ist ein Praxissemester, das ich bei Rohrdorfer absolviere, und die Abschlussarbeit schreibe ich ebenfalls bei Rohrdorfer.

Wie sieht Ihr typischer Tagesablauf aus?

In der Praxisphase bin ich flexibel und habe Gleitzeit versuche aber, in den gewohnten Abläufen der Ausbildung zu bleiben. Typischerweise beginne ich zwischen 6:30 und 7:00 Uhr, prüfe morgens E-Mails und starte dann mit den Arbeitsaufträgen. In der Studienphase richtet sich der Tag nach Vorlesungen: Diese beginnen meist ab 8 Uhr und gehen bis 15 oder 17 Uhr. Die Stundenpläne wechseln je Semester. Einige lerne ich im Heimstudium, denn nicht alle Vorlesungen haben Anwesenheitspflicht. Das bringt mir zeitliche Flexibilität. Zwischen Lernen, Praxisaufträgen und gelegentlichen Projektarbeiten bleibt auch Zeit zum Nacharbeiten von Stoff, was besonders vor Klausurenphasen wichtig ist.

Was gefällt Ihnen am besten bei Rohrdorfer oder worauf legen Sie besonderen Wert in der Zusammenarbeit?

Am meisten schätze ich die Unterstützung für das duale Studium von Seiten Rohrdorfer. Mir gefällt die Offenheit, Freiräume zu bekommen, um mich zu informieren und gezielt Themen zu vertiefen. Die Verbindung zwischen Elektrotechnik und den energietechnischen Bereichen hier im Werk ist spannend – da sehe ich viele Anwendungsfelder. Außerdem schätze ich, dass Rohrdorfer in innovative Anlagen zur CO₂‑Vermeidung oder -Abscheidung investiert. Einige der Verfahren, über die ich im Studium lerne, stehen hier bereits als fertige Anlage, z.B. das Abwärmekraftwerk. Das passt gut zu meinem Interesse an energieeffizienter Nutzung und Projekten, die die Energiewende voranbringen.

Haben Sie eine Art Mentor oder Vorbild?

Ja, mein Ansprechpartner und Mentor ist Franz Stocker. Er betreut mich, beantwortet Fragen und hilft mir bei allen Themen weiter. Ein klares Vorbild habe ich nicht speziell, aber die Unterstützung von Herrn Stocker und das kollegiale Arbeitsklima hier geben mir viel Orientierung.

Wie sehen Ihre Zukunftspläne nach dem dualen Studium aus?

Mein klares Ziel ist, das Studium erfolgreich abzuschließen. Danach möchte ich im Bereich Energieerzeugung oder Energieeinsparung arbeiten – also dort, wo effizient genutzte Energie zu echten Verbesserungen führt. Ich würde mich freuen, weiterhin bei Rohrdorfer an interessanten Projekten mitzuwirken. Langfristig möchte ich dazu beitragen, Energie effektiver zu nutzen und so einen kleinen Beitrag gegen den Klimawandel zu leisten.