„Am besten gefällt mir der familiäre, herzliche Umgang und die kurzen Entscheidungswege“
Sieben Fragen an Dr. Lisa Eisele, Chemical Engineer im Net Zero Emission-Team.

Frau Eisele, wie sind Sie zu Rohrdorfer und speziell in das Net Zero Emission Team gekommen?
Ich habe Chemie studiert, und das Thema Klimawandel ist mir auch persönlich sehr wichtig. Deshalb wollte ich mich beruflich in eine Richtung entwickeln, in der ich in diesem Bereich etwas bewirken kann. Im Bewerbungsprozess bin ich dann auf Rohrdorfer gestoßen. Was mich überzeugt hat: Das Unternehmen bekennt sich aktiv zu den relevanten Themen und investiert beträchtliche Ressourcen in die Vermeidung von CO2 – genau das, was ich mir von einem Arbeitgeber wünsche. So kam ich ins Net Zero Emission-Team, mit dem Fokus auf Carbon Capture and Utilisation and Storage (CCUS). Aktuell arbeite ich am Zeus-Projekt im Zementwerk Gmunden – das passt perfekt zu meinem Wunsch nach technischer Lösung und praktischer Anwendung.
Wie genau ist Ihr Aufgabengebiet definiert?
Ich bin Chemical Engineer im Net Zero Emission-Team, das sich mit CO2-Reduktion und -Wiederverwertung beschäftigt. Im ZEUS-Projekt arbeite ich im Bereich der Nutzung von CO2, also CCU. Wir arbeiten an zwei Kernbausteinen: der Membranabscheidung, mit der CO2 aus Rauchgasen separiert wird, und der anschließenden Elektrolyse, in der Ameisensäure aus CO2 hergestellt wird. Ich bin dabei für die Elektrolyse zuständig. Wir tauschen uns laufend mit den Projektteams der anderen Pilotanlagen aus, analysieren Daten, planen Beschaffung und Sicherheitsthemen und betreuen die Peripherie der Anlage. Kurz gesagt: Forschung, Versuch, Optimierung und Einsatz in der Praxis – mit viel Teamarbeit und Hands-on-Arbeit.
Sie haben das ZEUS-Projekt erwähnt. Welche Meilensteine stehen dort in der nächsten Zeit an?

ZEUS besteht aus zwei Hauptteilen: der Membranabscheidung zur CO₂‑Abtrennung und der elektrochemischen Zelle, die CO₂ in Ameisensäure umwandelt. Meine Verantwortung liegt vor allem im Bereich Elektrolyse. Der aktuelle Fokus liegt auf dem Scale‑up: die Zelle im größeren Maßstab betreiben, den Zellstapel vergrößern und stabile Langzeittests durchführen, um die Zuverlässigkeit des Verfahrens zu demonstrieren und gleichzeitig die Menge an produzierter Ameisensäure zu steigern. Außerdem dokumentieren wir die Qualität der Ameisensäure detailliert, um die Marktreife des Verfahrens zu bewerten. Bei der Membranabscheidung wurde ein stabiler Betrieb über 1000 Stunden erreicht. Der Fokus liegt nun auf der Beprobung unterschiedlicher Betriebszustände und der Generierung von Daten für parallellaufende Simulationen. Das Projekt läuft voraussichtlich bis Ende November nächsten Jahres; bis dahin setzen wir auf stabilen Betrieb.
Wie sieht Ihr typischer Tagesablauf aus?
Mein typischer Tag beginnt gegen 07:30 Uhr mit dem Check der E-Mails. Dann stehen Aufgaben rund um Beschaffung, Revision, Sicherheit und Planung an – Ersatzteile beschaffen, TÜV-Überprüfungen planen, Inspektionen koordinieren. Danach lege ich selbst Hand an die Anlage: Demontieren, Austauschen von Katalysatoren oder Membranen, Justieren der Abläufe und Tests. Die Anlage ist komplex, daher gehört auch die Koordination mit der Werkstatt und den Elektrikern dazu, etwa für Notaus-Schalter, Antennen oder Remote-Bedienung. Parallel dazu erfolgen Auswertungen der Versuchsergebnisse und Meetings. Die Arbeit ist sowohl Büroarbeit, etwa Recherche oder Dokumentation, als auch praktisch-technische Tätigkeiten. Ich mag diese Mischung aus Theorie und Praxis sehr.
Was gefällt Ihnen bei Rohrdorfer am besten?

Am besten gefällt mir der familiäre, herzliche Umgang und die kurzen Entscheidungswege. Man lernt die Kolleginnen und Kollegen schnell kennen, und das Arbeitsklima ist sehr gut.
Wie beurteilen Sie die Vereinbarkeit von Arbeit und Freizeit bei Rohrdorfer?
Ich wohne unter der Woche in Gmunden und genieße die Region und die Möglichkeit, nach der Arbeit noch den Traunsee oder die Berge zu erleben. Da ich meinen Erstwohnsitz in Wien habe, habe ich die Möglichkeit, beides zu verbinden: Stadtleben und Natur. Natürlich hängt Vieles von den konkreten Aufgaben, die anstehen ab, aber insgesamt ist die Balance gut, und ich schaffe es, Beruf und Privatleben sinnvoll zu vereinbaren.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft oder welche Pläne haben Sie?
Ich bleibe gespannt, wie sich CCU/CCS-Technologien weiterentwickeln und welche neuen Projekte kommen. Die ZEUS-Anlage ist erst der Anfang: Ich freue mich darauf, weiter an der Optimierung der Zelle zu arbeiten, neue Anwendungsfälle zu erforschen und das Zementwerk der Zukunft mitzugestalten. Das treibt mich an und passt gut zu meiner Karriereplanung.



