Dekarbonisierung bis 2038 – was es braucht, um erfolgreich zu sein
Rohrdorf, 8. Mai, 2026 – Als Zementhersteller stehen wir derzeit vor enormen Herausforderungen. Wir sehen mit Sorge, dass die politischen, regulatorischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für eine klimaneutrale Produktion bis 2038 viel zu langsam geschaffen werden. So gibt es bislang keine Aussicht auf verlässliche und wettbewerbsfähige Infrastrukturen für den CO₂-Transport, die CO₂-Speicherung und -Nutzung (CCUS) sowie für Strom aus erneuerbarer Energie. Gleichzeitig steigen die Preise für CO₂-Zertifikate und die Energiekosten stetig an. Unter diesen Bedingungen ist eine vollständig klimaneutrale Zementproduktion in Europa bis 2038 derzeit nicht realistisch.
Warum wir das so sagen und was wir tun
Wir bei Rohrdorfer arbeiten seit Jahren intensiv an der Verringerung unserer CO₂-Emissionen und sind Vorreiter der Dekarbonisierung in der Zementbranche. Eigeninitiativ haben wir zahlreiche Projekte zur CO₂-Reduktion angestoßen und umgesetzt – von effizienterer Energienutzung über alternative Brenn- und Rohstoffe bis zur ersten Pilotanlage zur CO₂-Abscheidung. Das Ziel bleibt klar: Wir wollen so schnell und so weit wie möglich CO₂ einsparen.
Was wir von den Regierungen in Bund und Ländern brauchen
Gleichzeitig stehen wir vor Hürden, die nicht allein von uns gelöst werden können: Es fehlen verlässliche und wettbewerbsfähige Infrastrukturen für den Transport und die dauerhafte Speicherung oder Nutzung von CO₂. Auch grüner Strom in ausreichender Menge, planbare Förderprogramme und schnellere Genehmigungsverfahren sind nötig, damit große Transformationsprojekte wirtschaftlich umsetzbar werden.
In den vergangenen Jahren war der politische Kurs in Bezug auf das Carbon-Management, also den Umgang mit CO₂-Emissionen, sehr inkonsistent. Die Unsicherheit, die in der Bevölkerung dadurch entstanden ist, kann ihr nur genommen werden, wenn Bund und Länder sich klar zum Carbon Management und allem, was dazu gehört, bekennen, dies eindeutig kommunizieren und entsprechend handeln.
Welche Rolle der europäische Emissionshandel spielt
Wir unterstützen die europäischen Klimaneutralitätsziele und bekennen uns zum EU-Emissionshandel als einem zentralen, marktbasierten und bewährten Instrument. Angesichts der oben genannten Herausforderungen sehen wir, dass einige Stellschrauben im Emissionshandel geändert werden müssen, damit wir die Zementproduktion in Deutschland und Österreich fortführen können. Was sich im Detail ändern sollte, hat der Verein Deutscher Zementwerke (VDZ) in dieser Stellungnahme ausführlich dargelegt.
Was das für Anwohner, Kunden und Partner bedeutet
Unser Anspruch für die Anwohner rund um unsere Werke bleibt: sichere, verlässliche Produktion und transparente Information über unsere Schritte zur Emissionsreduzierung. Für Kunden und Partner heißt das: Wir liefern zunehmend klimafreundlichere Zemente und setzen uns dafür ein, dass der zusätzliche Wert klimafreundlicher Produkte anerkannt wird.
Unser Versprechen
Rohrdorfer bleibt entschlossen: Wir treiben die Dekarbonisierung aktiv voran, investieren in Technik und Projekte und setzen uns öffentlich für die notwendigen politischen Rahmenbedingungen ein. Gemeinsam mit Politik, Partnern und Kunden wollen wir den Weg zu einer klimafreundlicheren Bauwirtschaft gestalten.
Mehr zu unseren Maßnahmen rund um die Dekarbonisierung lesen Sie in unserer Broschüre Race To Zero Emission



