Fünf Jahre Beton rund um die Uhr für Südtirols Großbaustelle 

Beton Lana setzt bei den Projekten NordWestUmfahrung Meran, Küchelbergtunnel und Kavernengarage neue Maßstäbe 

Lana, 4. Februar 2026 – Die Nord-West-Umfahrung Meran mit dem Küchelbergtunnel und der Kavernengarage gehört zu den größten Infrastrukturprojekten Südtirols. Ziel ist es, den innerstädtischen Verkehr spürbar zu entlasten, die Erreichbarkeit zu verbessern und damit die Lebensqualität zu erhöhen. Herzstück des Vorhabens ist ein 2.210 Meter langer Tunnel, der sich mit einem Durchmesser von bis zu 16 Metern direkt unter dem Stadtgebiet durch Fels und Lockermaterial zieht – eine technische Herausforderung von besonderem Ausmaß. Fünf Jahre leistete der regionale Baustoffhersteller Beton Lana rund um die Uhr die kontinuierliche Betonversorgung der Großbaustelle. Dabei bereitete das Unternehmen auch große Mengen des Tunnelausbruchsmaterials zur Wiederverwendung auf und sorgte dank der räumlichen Nähe des Werks zur Baustelle für kurze Transportwege. Diese Kombination aus effizienter Logistik und Kreislaufwirtschaft reduzierte Verkehrsbelastung, Emissionen und Ressourcenverbrauch deutlich. 

Der zweite Bauabschnitt der Umfahrung startete im November 2020 und schließt an den bereits bestehenden ersten Teil an. Er führt vom Bahnhof Meran unter der Goethestraße und dem Zenoberg bis zur Handwerkerzone von Tirol. Dort entsteht ein neuer Kreisverkehr mit Anbindungen nach Passeier, Dorf Tirol und Obermais. Um den Verkehr an der Oberfläche möglichst wenig zu beeinträchtigen, setzten die Planer auf das aufwendige Jet-Grouting-Verfahren. Dabei wird der Boden unterirdisch mit Zement stabilisiert, bevor der Tunnel Schritt für Schritt vorgetrieben wird. Allein die Untertunnelung der Goethestraße dauerte dadurch fast drei Jahre. Der Tunneldurchbruch gelang schließlich am 17. April 2025. 

Nachhaltigkeit dank innovativer Kreislaufwirtschaft  

Besonders nachhaltig war das Projekt durch die konsequente Wiederverwendung des Ausbruchsmaterials. Rund 500.000 Tonnen Gestein und Erde wurden zum Betriebsgelände von Beton Lana transportiert, dort aufbereitet und anschließend wieder als Zuschlagstoff im Beton eingesetzt. Dieses Kreislaufprinzip sparte natürliche Ressourcen, reduzierte externe Materiallieferungen und senkte den CO₂-Ausstoß erheblich. Möglich wurde dies durch zusätzliche Lagerflächen, auf denen das Material zwischengelagert und gezielt weiterverarbeitet werden konnte. Auch die ausgeklügelte Qualitätssicherung war ein Erfolgsfaktor. Rund 1.500 Laborproben stellten sicher, dass der Beton trotz wechselnder geologischer Bedingungen stets den hohen Anforderungen entsprach. Das Ausbruchsmaterial musste im Werk von Beton Lana gereinigt und so aufbereitet werden, dass während der gesamten Bauphase Beton in gleichbleibend hoher Qualität geliefert werden konnte.  

Effiziente Logistik und Rohstoffmanagement  

Die logistischen Anforderungen waren enorm: Etwa 20.000 Lkw-Fahrten, Pumpmengen von über 100.000 Kubikmetern und ein ständig verfügbarer Fuhrpark waren nötig, um den Baufortschritt dauerhaft sicherzustellen. Um auch Nacht- und Wochenendarbeiten zu ermöglichen, richtete Beton Lana einen 24-Stunden-Terminal ein, über den das Baukonsortium San Benedetto – Merano SCARL, dem die Unternehmen Carron Bau, Mair Josef & Co. und P.A.C. angehören, selbstständig Material abholen konnte. Dadurch wurden Verkehrsspitzen auf der Strecke vermieden und Wartezeiten reduziert.  

„Wir sind stolz darauf, dass wir durch die Übernahme großer Teile der Betonversorgung maßgeblich dazu beitragen konnten, den Tunnelvortrieb und die damit verbundenen Bauabschnitte termingerecht und in hoher Bauqualität umzusetzen“, freut sich Christian Grünfelder, Geschäftsführer von Beton Lana. „Die flexible Rund-um-die-Uhr-Belieferung war eine echte Herausforderung für unser Team, hat uns aber gleichzeitig einen sehr wertvollen Erfahrungsschatz gebracht. Nach diesem Projekt fühlen wir uns für jede logistische Herausforderung gerüstet.“  

Projekt der Superlative 

Am Ende steht ein Projekt der Superlative, das nur durch enge Zusammenarbeit aller Beteiligten möglich war. Beton Lana zeigt damit, wie ein regional verankerter Betrieb mit technischer Kompetenz, flexibler Logistik und Teamarbeit einen maßgeblichen Beitrag zu einem der wichtigsten Bauvorhaben Südtirols leisten kann. 

„Mit ihrem außergewöhnlichen Logistik-Konzept überzeugte uns Beton Lana davon, uns aus dem bestehenden Werk in Lana zu beliefern. Wir haben die logistische Verantwortung für den Betonbedarf sowie für die Qualität des Materials an Beton Lana übertragen und sind sehr zufrieden mit dieser Entscheidung“, zieht Christian Lechner vom Konsortium San Benedetto – Merano SCARL Bilanz.  

Projektsteckbrief Nord‑West‑Umfahrung Meran 

  • Auftraggeber: Autonome Provinz Bozen, Amt für Straßenbau West 
  • Auftragnehmer: Konsortium San Benedetto – Merano SCARL, bestehend aus den Unternehmen Carron Bau GmbH / Mair Josef & Co. KG / P.A.C. AG 
  • Baubeginn: Oktober 2020 
  • Voraussichtliche Fertigstellung: Ende 2026 
  • Gesamtlänge Küchelbergtunnel: 2.210 m 
  • Länge Tunnel in Deckelbauweise: 136 m 
  • Länge Tunnel im Lockermaterial: 1.070 m 
  • Länge Tunnel im Fels: 985 m 
  • Gesamtlänge Küchelbergtunnel: 2.210 m 
  • Durchmesser: zwischen 12 und 16 m 
  • Aushub- und Ausbruchsmaterial: 500.000 m3