Jahrestreffen Reallabor Burghausen: Rohrdorfer Net Zero Emission-Team präsentiert Forschungsergebnisse

Rohrdorf, 11. März 2026 – Am 4. März fand in Burghausen das dritte Jahrestreffen des „H2-Reallabor Burghausen – ChemDelta Bavaria“ statt. Das Forschungsprojekt hat sich in sieben Arbeitspaketen die Transformation der chemischen Industrie hin zu einer nachhaltigen wasserstoffbasierten Chemie zum Ziel gesetzt. Das Rohrdorfer Net Zero Emission-Team ist Projektleiter von Arbeitspaket 6 „CO2-Direktelektrolyse zu grünem Ethylen“.

Alexander Beck während seines Vortrages.

Aus Kohlenstoffdioxid wird grünes Ethylen

Beim Treffen präsentierten Vertreterinnen und der Vertreter der 35 Forschungspartner aus Industrie und Wissenschaft die Ergebnisse ihrer Arbeit. Alexander Beck, Chemical Engineer im Rohrdorfer Net Zero Emission-Team, erläuterte in seinem Vortrag den aktuellen Stand von Arbeitspaket 6. In diesem zeigt Rohrdorfer zusammen mit seinen Partnern, wie Kohlenstoffdioxid (CO2) aus Zementabgasen genutzt werden kann, um grünes Ethylen herzustellen. Ethylen ist ein gefragtes und äußerst vielseitiges Produkt. Es ist das Ausgangsmaterial vieler Stoffe wie Polymere, Kerosin, Harze, Silikone oder Textilien. Durch ein innovatives CO2-Direktelektrolyseverfahren, das von Rohrdorfer zusammen mit den Projektpartnern entwickelt wurde, kann Ethylen aus den nicht vermeidbaren CO2-Emissionen des Zementwerks gewonnen werden.

Erfolgreicher Abschluss in Bestzeit

Die Erfolge seit dem Projektstart im April 2023 sind beträchtlich. So konnte die Betriebszeit der Elektrolysezelle von drei Stunden auf bis zu hundert Stunden erhöht werden. Zudem gelang es, die Fläche der Zelle bereits jetzt schon zu verzehnfachen. Mit einem weiteren Schritt zur endgültigen Zellgröße wird in der Projektlaufzeit eine Ethylenproduktion von bis zu rund 1 kg pro Tag möglich. Aufgrund der großen Fortschritte steht der Projektpartner Fraunhofer UMSICHT für die Fertigung der Prototyp-Elektrolysezelle bereits in den Startlöchern. Die finale Anlage zur Elektrolyse von CO2 zu Ethylen soll ab Mai 2026 in Rohrdorf gebaut werden und im Herbst ihren Betrieb starten. „Mit diesem Projekt und dank der guten Zusammenarbeit mit den Projektpartnern, wird es uns als einem der ersten Teams gelingen, die gesamte Prozesskette vom Zement-Rauchgas bis zum grünen Ethylen darzustellen“, freut sich Alexander Beck. „Das grüne Ethylen kann als umweltfreundliche Alternative zu fossilen Energieträgern in der chemischen Industrie in Burghausen zum Einsatz kommen.“

Das Gesamtprojekt wird mit über 40 Mio. Euro durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert und geht über eine Laufzeit von vier Jahren. Die Fördersumme für das Arbeitspaket 6 beträgt 1,44 Mio. Euro.