Neos-Delegation besucht Rohrdorfer Zementwerk Hatschek

Gmunden, 15. September 2023 – Die Dekarbonisierung stellt die Zementindustrie vor viele Herausforderungen. Eine der größten ist die aktuelle Gesetzeslage in vielen europäischen Ländern, wenn es um die dauerhafte Speicherung von Kohlendioxid geht. Um sich zum aktuellen Status, den Möglichkeiten sowie den Herausforderungen der österreichischen Zementindustrie beim Thema Dekarbonisierung auszutauschen, besuchten gestern die NEOS-Vertreter Johannes Egger (Landesgeschäftsführer NEOS Oberösterreich) und der Nationalratsabgeordnete Michael Bernhard (NEOS-Sprecher für Umwelt und Klima, Bundessprecher von UNOS) das Zementwerk Hatschek in Gmunden.

Von links: Dr. Philipp Stadler (Rohrdorfer), Michael Bernhard (NEOS), Dr. Helmut Leibinger (Rohrdorfer), Lydia Tropper (Rohrdorfer), Johannes Egger (NEOS), Dr. Christopher Ehrenberg (Rohrdorfer) und Peter Führhapter (Rohrdorfer).

Zementproduktion mit CO2-freien Technologien

Die Rohrdorfer Unternehmensgruppe treibt die Dekarbonisierung ihrer Zementsparte mit viel Engagement voran. Federführend ist das Rohrdorfer Net Zero Emission-Team, das beispielsweise die erste Anlage zur Rückgewinnung von CO2 in der deutschen Zementindustrie betreibt und eine weitere Demonstrationsanlage im Zementwerk Hatschek plant. Das Team verfolgt zahlreiche weitere Ansätze im Bereich Vermeidung, Verwertung und Speicherung von Kohlendioxid. Beim gestrigen Termin stellte Dr. Helmut Leibinger, Leiter des Net Zero Emission-Teams, einige davon den interessierten Gästen vor.
Unter anderem erläuterte er die Rohrdorfer Pilotprojekte zur Rückgewinnung von Kohlendioxid und Produktion von synthetischer Ameisensäure sowie die Beteiligung am SKU- Kooperationsprogramm „grüne“ Brennstoffe. Die Gäste zeigten großes Interesse an den zahlreichen Projekten und Forschungsbeteiligungen des Net Zero Emission-Teams.

Carbon Management Strategie verlangt überregionale Zusammenarbeit

Ein wesentlicher Teil des Gesprächs war von den Herausforderungen bestimmt, die die Dekarbonisierung für traditionelle Industriesektoren mit sich bringt. „Um CO2 abzuscheiden, zu speichern (CCS) oder zu verwerten (CCU) brauchen wir in Österreich eine überregionale Carbon Management Strategie, die unsere Bedarfe an bezahlbarer erneuerbarer Energie und einer effizienten Transportinfrastruktur für Kohlendioxid sicherstellt. Dafür benötigen wir die Unterstützung der Politik und die Zustimmung der Gesellschaft“, betont Helmut Leibinger im Gespräch mit den NEOS-Vertretern.

„Der Widerspruch, dass CO2 weder im Inland gespeichert noch ins Ausland transportiert werden darf, verhindert jede industrielle Abscheidung und blockiert diesbezügliche Investitionsüberlegungen der Industrie“, sagt Michael Bernhard, NEOS-Sprecher für Umwelt und Klima. Wir brauchen für Österreich so schnell wie möglich eine verbindliche Gesetzeslage, um zu verhindern, dass Industrien, die auf CCS und CCU angewiesen sind, abwandern oder den Betrieb einstellen müssen.“

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