Ressourcenschonung durch ganzheitliche Nutzung im Steinbruch Flintsbach

Rohrdorf – 1. April 2026 – Seit 1977 befindet sich der Steinbruch am Fuß des großen Madron im oberbayerischen Flintsbach im Besitz von Rohrdorfer. Der Steinbruch liefert Kalkstein, der überwiegend für die Zementherstellung im nahe gelegenen Zementwerk Rohrdorf genutzt werden.
Im Zuge einer Erweiterung des Steinbruchs wurden vor einigen Jahren größere Dolomitvorkommen entdeckt. Dolomit ist nicht für die Zementproduktion geeignet, da sich aufgrund seines hohen Magnesiumgehalts beim Brennvorgang Magnesiumoxid bilden würde, das die Qualität des Betons negativ beeinträchtigt. Um die wertvolle Ressource Dolomit dennoch sinnvoll zu nutzen, entwickelte das Team von Rohrdorfer Sand und Kies ein umfassendes Nutzungskonzept für das Gestein. Das Ziel: eine möglichst vollständige Verwertung. Das Konzept setzt auf vier Hauptverwertungssäulen:
Frostschutz für Bayerns Straßen
Die Frostschutzschicht dient dazu, Frostschäden am Straßenaufbau zu verhindern, indem sie Wasser ableitet und das kapillare Aufsteigen von Wasser unterbindet. Dazu müssen die Materialien gleichmäßig durchfeuchtet und gemischt sein, um gleichbleibende Eigenschaften und die geforderten Anforderungen zu erfüllen.
In der Körnungsgröße 0-45 mm ist Dolomit eine ideale Zugabe für eben dieses Baustoffgemisch, das für die Frostschutzschicht benötigt wird. Direkt vor Ort im Steinbruch aufbereitet, wird das Material an Abholer verkauft oder geliefert. Bevor es gebrochen wird, gelangt das Gestein durch eine Siebanlage, in der die Feinanteile heraus gesiebt werden.
Verfüllmaterial für Baustellen
Die Feinanteile, die beim Reinigen des Frostschutzgesteins anfallen, könnten als Verfüllmaterial beispielsweise auf Baustellen genutzt werden, womit der Stoffkreislauf vollständig geschlossen wäre. Aktuell ist Rohrdorfer auf der Suche nach geeigneten Projekten.
Hochwasserschutz aus Naturmaterial
In der Körnung bis 150 mm Durchmesser dient der Dolomit als Schüttmaterial für Brückenrampen und zur Befestigung von Böschungen. Im Landkreis Rosenheim kam es für die Befestigung der Böschungen des Mangfall-Kanals zur Erneuerung der Wehranlage Bad Aibling zum Einsatz.
Einrichtung von Flächen und Standsicherheit von schweren Geräten
Mehrere hunderttausend temporäre Baustellen werden jährlich in Deutschland errichtet. Um sichere und effiziente Arbeitsabläufe zu ermöglichen, müssen Flächen für die Materialanlieferung eben und stabil sein und zudem überwiegend trocken bleiben. Dolomitschotter in der Körnung 150 mm eignet sich besonders gut für solche Flächen. Aufgrund seiner stabilisierenden Eigenschaften eignet sich der Dolomit bestens, um schweren Geräten wie Kränen, Betonpumpen oder mobilen Brechern einen sicheren Stand zu geben.


Im Startjahr des Projekts, 2024, konnten bereits 180.000 Tonnen Material verwertet werden, 2025 waren es 248.000 Tonnen. Aufgrund des Erfolges will Rohrdorfer die ganzheitliche Nutzung weiterverfolgen und in den kommenden Jahren nach Möglichkeit ausbauen.



