„Es gibt hier definitiv Möglichkeiten, mich weiterzuentwickeln“

Sechs Fragen an Giulia Scravaglieri, strategische Einkäuferin im Zementwerk Rohrdorf
Frau Scravaglieri, können Sie uns bitte etwas über Ihre Karriereschritte vor Rohrdorfer erzählen?
Nach meinem Abitur wollte ich zunächst praktische Berufserfahrung sammeln. Deshalb startete ich eine Ausbildung bei Aldi Süd im Verkauf und absolvierte dort das Abiturientenprogramm zum Handelsfachwirt. Insgesamt war ich rund fünf Jahre im Verkauf tätig. In dieser Zeit habe ich viel über Zeitmanagement, Mitarbeiterführung und Kundenorientierung gelernt – Erfahrungen, die mich bis heute begleiten. Ich durfte aufgrund meiner Expertise und Sprachkenntnisse 2018 bei der Eröffnung von ALDI Süd in Italien dabei sein, und zwei Monate die Kollegen vor Ort unterstützen und ihnen die ALDI-Welt nahebringen. Anschließend wechselte ich, Anfang 2020, in den Einkauf, in den Bereich Health, Beauty & Baby, und kaufte unter anderem Windeln und „Corona-Artikel“ wie Masken und Desinfektionsmittel ein. Zunächst war ich im Bereich Global Sourcing. Während dieser Zeit pendelte ich zwischen Rosenheim und Salzburg, arbeitete international mit Kolleginnen und Kollegen zusammen und sammelte wertvolle Erfahrungen. Nach meiner Zeit bei Aldi wechselte ich in eine neue Branche und begann bei der Schletter Solar GmbH in Haag und München alsJunior-Einkäuferin für Aluminiumprodukte in Europa. Innerhalb von sechs Monaten entwickelte ich mich zur strategischen Einkäuferin weiter und betreute europaweite Einkaufsprojekte.
Wie sind Sie zu Rohrdorfer gekommen?
Der Wechsel zu Rohrdorfer war schließlich eine bewusste Entscheidung. Ich wünschte mir einen kürzeren Arbeitsweg und wollte wieder in einer Region arbeiten, in der ich mich zu Hause fühle. Außerdem haben mir die beiden Vorstellungsgespräche sofort das Gefühl gegeben, dass ich fachlich und menschlich sehr gut ins Unternehmen passe.

Wie definieren Sie Ihr Aufgabengebiet?
Ich bin als strategische Einkäuferin tätig und verantworte insbesondere die Bereiche Massengüter, Produktionsgüter und gruppenweite Projekte. Dazu gehören unter anderem die Entwicklung einer Hüttensand-Strategie zur langfristigen Versorgung sowie Konzepte für E-Ladestationen in Deutschland und Österreich und auch der Kauf von Produktions- und Versuchsanlagen.
Neben diesen strategischen Aufgaben unterstütze ich unser Einkaufsteam im operativen Tagesgeschäft. Zudem betreue ich die Praktikanten und Azubis, arbeite intensiv mit SAP, kümmere mich um Stammdaten und KPI-Reportings und koordiniere die Zusammenarbeit mit der IT sowie weiteren Fachabteilungen.
Wie sieht Ihr typischer Tagesablauf aus?
Mein Arbeitstag beginnt in der Regel zwischen 7:00 und 7:30 Uhr. Zuerst prüfe ich im SAP und Outlook, ob Freigaben ausstehen und welche Termine heute anstehen. Anschließend widme ich mich den operativen Einkaufsaufgaben. Ich prüfe Rechnungen zur Freigabe, verfolge Bestellungen nach, kontrolliere Liefermengen und stimme Liefertermine mit der Logistik ab. Oft gehen Jour-fix-Anfragen aus Gmunden oder Horné Srnie ein, die ich koordiniere – Mengenabstimmung, Qualitäten, Lieferantenabstimmungen. Es folgt Kommunikation mit Lieferanten und dem Team, um Engpässe zu vermeiden und die Versorgung sicherzustellen, etwa im Bereich Hüttensand oder E-Ladestationen-Projekte.
Was gefällt Ihnen bei Rohrdorfer am besten?
Am meisten beeindruckt mich die Unternehmenskultur. Trotz der Konzernstrukturen herrscht hier ein familiäres Miteinander. Auch in stressigen Phasen halten wir zusammen und ziehen gemeinsam an einem Strang.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft oder welche Pläne haben Sie?
Ich blicke offen und neugierig in die Zukunft. Ob der Einkauf weiter zentralisiert wird, ob sich einzelne Warengruppen stärker spezialisieren oder ob neue Wachstumsfelder hinzukommen – das wird sich aus der Strategie ableiten. Es gibt hier definitiv Möglichkeiten, mich weiterzuentwickeln, und ich bleibe offen für unterschiedliche Wege, je nachdem, wo ich den größten Beitrag leisten kann. Ich könnte mir gut vorstellen, in einigen Bereichen mehr Verantwortung zu übernehmen – beispielsweise für die Betreuung von Azubis oder größere Projekte.





